Große Bühne für die Pflege
Lindenberg I 30.09.2025

Viele junge Menschen haben falsche Vorstellungen vom Pflegeberuf. „Schlechte Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten und unattraktive Tätigkeiten“, denken die meisten. Um diese Vorurteile abzubauen, haben sich Isabella Zipper und Liridona Qakolli als Expertinnen zur Verfügung gestellt. Die Leiterin der Berufsfachschule für Pflege Lindenberg und die Auszubildende beteiligten sich an der Projektwoche „Szenische Berufsberatung“, einem Theaterprojekt mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Talkshowrunden und Theaterszenen, die vergangene Woche im Gymnasium Lindenberg stattfand. Ziele des innovativen Konzepts: Bei der Berufswahl zu unterstützen und zugleich das Image des Pflegeberufs ins rechte Licht zu rücken.
Bei der Life-Talkshow standen neben Zipper und Quakoli auch Julia Mahler, stellvertretende Pflegedienstleitung Caritas Sozialstation (2.v.l.), und Angela Engel, Praxisanleiterin aus der Asklepiosklinik Lindau (r. im Bild), als Interviewpartner für die Schüler:innen zur Verfügung. Qakolli erzählte, was sie dazu motivierte, eine Pflegeausbildung zu machen. Zipper schilderte den Ausbildungsverlauf, die attraktive Vergütung sowie die Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten als Pflegefachperson. „Pflege ist auch für Abiturient:innen eine spannende Option, denn die Profession bietet interessante Studien- und Karrieremöglichkeiten. Das duale Studium verbindet die klassische Ausbildung mit einem Studium. Inzwischen bieten deutsche Hochschulen zudem ein grundständiges Pflegestudium“, betonte Zipper.
Ein sehr lebender Teil der Projektwoche sind die Theateraufführungen, die den pflegerischen Berufsalltag für die Schüler:innen realistisch erlebbar machen. Eine kleine Gruppe erarbeitete unter „Regie“ von Jean-Francois Drozak Szenen aus der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung. Seit 2010 tourt der Sozialpädagoge mit der von ihm entwickelten „szenischen Berufsberatung“ durch Bayern. Die Themen im Lindenberger Gymnasium hatten die pflegerischen Expertinnen vorgegeben. Mit großem Engagement und Einfallsreichtum setzten die Spieler:innen um, wie ein „fast normaler“ Tag auf Station mit ungeplanten Patientenaufnahmen, aufgeregten Angehörigen und einem ständig klingelnden Telefon abläuft. Wichtigstes Requisit: fünf große Milchkannen aus Blech. Im sogenannten Skills Lab wurden sie zum Patientenbett, in dem eine Reanimationspuppe lag, die von einem zaghaften Auszubildenden mobilisiert werden soll. Unterstützt von Drozaks Team entstanden berührende und lustige Szenen, die neugierig auf den Pflegeberuf machten.
„Ich bin sicher, dass die Projektwoche mit manchen Klischees über den Pflegeberuf aufgeräumt hat“, sagt Zipper. Die Schulleiterin ist Teil der Arbeitsgruppe der Gesundheitsregion Plus des Landkreises Lindau, die die Kampagne NEUE PFLEGE.BAYERN des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention unterstützt. Mit der Kampagne soll die Profession und Professionalität der Pflegenden in den Vordergrund gestellt und motivierter Nachwuchs gewonnen werden. „Die Kampagne vermittelt ein authentisches Bild von Ausbildung, Studium und Beruf“, versichert Zipper und unterstreicht die Bedeutung von akademisch ausgebildeten Pflegefachpersonen. „Die mittlerweile in Lindenberg tätigen Community Health Nurses sind ein gutes Beispiel für den Stellenwert von weitgehend selbstständig tätigen Pflegefachkräften. CHN ist ebenso wie Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft ein anerkannter Studiengang“, erläutert die Schulleiterin. Ihre Schule bietet die dreijährige, generalistische Pflegeausbildung mit Praxis- und Theoriephasen an. Der nächste Ausbildungsstart für zukünftige Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner ist am 1. September in der Berufsfachschule für Pflege Lindenberg. Zipper und ihr Team freuen sich über Bewerbungen!
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