Wir für den Menschen

Pflegetheorie in der Wolke

Lindenberg I 26.06.2020

Die Lindenberger Berufsfachschule für Pflege startet mit der Schul-Cloud und eröffnet damit nicht nur virtuelle Räume, sondern ebnet für die Kommunikation zwischen Lehrern und Auszubildenden zusätzliche, digitale Wege.

Es ist wie im richtigen Leben: Für das Lehrerzimmer haben nur die Lehrkräfte Zugang, in die Aula dürfen alle und die Klassenzimmer nutzen die jeweiligen Jahrgangsstufen. In der Lindenberger Pflegeschule gibt es jetzt diese Räume doppelt – einmal im realen Schulgebäude und einmal virtuell in der neuen Schul-Cloud (englisch für Wolke). „Die Corona-bedingten Schulschließungen haben uns verdeutlicht, welchen Stellenwert digitaler Unterricht auch in der Pflegeausbildung hat", erklärt Jürgen Trefzer. „Wir haben per Mail konkrete Arbeitsaufträge mit Abgabetermin an die jeweiligen Ausbildungskurse verschickt. Unser Lehrerteam hat bis zum Folgetag alle Aufgaben korrigiert und den Schülern detailliert Rückmeldungen gegeben", blickt der Schulleiter auf die letzten Wochen und Monaten zurück. „Aufgrund der hohen Nachfrage waren leider weder Kameras noch Headsets lieferbar. Deshalb konnten wir während des Lockdown nicht mit der von unserem Träger, der Schwesternschaft München vom BRK e.V., sofort bereitgestellten Video-Software arbeiten", bedauert er und hofft noch immer auf die Lieferung durch einen lokalen Händler.

Die Auszubildenden nutzten schon vor der Pandemie digital bereit gestellte Lernmaterialien sowie die Möglichkeiten zur Online-Kommunikation und Zusammenarbeit. Der Schulleiter ist überzeugt, dass die Einrichtung der neuen Cloud den Informationsfluss innerhalb der „Schulfamilie" noch weiter verbessert. „Wir müssen künftig keine Mails oder Serienbriefe mehr verschicken. Die Fachdozenten können ihre Skripten und Unterlagen in die Cloud einstellen – das erspart Kopien und schont die Umwelt", freut sich Trefzer. „Sollte der Präsenzunterricht wieder ausfallen müssen, können wir mit der Schul-Cloud sofort Aufgaben für die betroffenen Klassen einstellen", blickt das Lehrerteam der Berufsfachschule für Pflege Lindenberg zuversichtlich auf mögliche, zukünftige Herausforderungen.

Zur praktischen Ausbildung sind die Pflege-Azubis weiterhin in der Rotkreuzklinik sowie in anderen Krankenhäusern, Pflegeheimen und Sozialstationen eingesetzt. Das gilt natürlich auch für die generalistische Pflegeausbildung, die am 1. September erstmalig in Lindenberg starten wird. Mit der Generalistik entsteht ein neues Berufsbild Pflege, das die Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits-und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer neuen Pflegeausbildung mit einheitlichem Berufsabschluss zusammenführt: Pflegefachfrau / Pflegefachmann. Die neue, ebenfalls dreijährige Berufsausbildung ist EU-weit anerkannt und eröffnet den Absolventen zusätzliche Wechsel- und Einsatzmöglichkeiten in alle Bereichen der Pflege.